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Druckprojekt

Bevor wir ein Shirtmotiv aufbereiten, müssen wir wissen, wie es eingesetzt wird

Shirtfarbe, Position, Größe, Proportion und bedruckbare Fläche sind einfache Angaben, die die gesamte technische Vorbereitung steuern.

Manchmal erhalte ich ein Bild, das scheinbar bereit zur Aufbereitung ist, doch wichtige Angaben fehlen: Welche Shirtfarbe, welche Position, welche Größe, und braucht es Versionen für helle und dunkle Textilien? Dafür muss der Kunde weder Siebdruck noch Farbseparation oder Rastertechnik beherrschen. Ein Bild zu besitzen ist jedoch nicht dasselbe wie zu wissen, wie es auf dem Shirt funktionieren soll.

Auch das Shirt gehört zum Projekt

Zuerst brauche ich die Shirtfarbe. Ein auf Weiß aufgebautes Motiv kann dunkle Bereiche für Schatten und Konturen nutzen; auf Schwarz kann dieses Verhältnis verschwinden. Manchmal genügt eine kleine Anpassung, manchmal ist eine eigene dunkle Version nötig. Nicht jedes Modell und jede Farbe muss sofort feststehen, aber die Arten von Hintergründen sollten von Anfang an bekannt sein.

Klein, mittel und groß bedeuten für jeden etwas anderes

Ein kleiner Brustdruck kann etwa 9 bis 10 cm breit sein, ein sehr dezenter 5 bis 6 cm. Ein Frontmotiv von 25 bis 28 cm wirkt bereits präsent; 30 bis 35 cm sind auf vielen Standardshirts sehr groß. Vertikale Motive können 40 cm und in manchen Projekten 45 bis 48 cm Höhe erreichen. Das sind keine Regeln: Größen, Oversized-Schnitte und andere Passformen verändern die Wirkung. Die Zahlen machen lediglich Begriffe wie klein und groß vorstellbar.

Ein Maß kann hilfreicher sein als zwei

Die Originalproportion muss erhalten bleiben. Bei einem langen Brustschriftzug genügt oft die Breite; die Höhe ergibt sich daraus. Bei einem vertikalen Rückenmotiv ist vielleicht die Höhe maßgeblich, bei einem horizontalen die Breite. Passen zwei vorgegebene Maße nicht zum Seitenverhältnis, müsste das Bild verzerrt oder neu komponiert werden. Meist ist es besser, die Hauptdimension zu nennen und die Proportion beizubehalten.

Über dem Shirt liegt ein unsichtbarer Rahmen

Jedes Produktionssystem hat eine maximale nutzbare Druckfläche – wie einen unsichtbaren Rahmen. Vor einem großen Motiv sollte die Druckerei nach maximaler Breite und Höhe gefragt werden. Bei 37 × 45 cm kann ein vertikales Bild die 45 cm bereits bei nur 28 cm Breite erreichen; ein horizontales stößt zuerst an die Breite. Die Proportion bestimmt den ersten Grenzwert. Bei kleinen Drucken ist das selten wichtig, bei großen verhindert die frühe Klärung viel Nacharbeit.

Ich muss auch wissen, wo der Druck sitzen soll

Vorne, hinten, linke oder rechte Brust, Ärmel, höher oder tiefer: Kleine Positionsunterschiede verändern die Wirkung. Dafür ist keine professionelle Präsentation nötig. Ein einfaches Bild des Shirts mit ungefähr platziertem Motiv vermittelt die Absicht; digitale oder KI-Werkzeuge können helfen, sind aber nicht erforderlich. Es geht nicht um ein perfektes Mock-up, sondern um eine verständliche Vorstellung.

Ein Bild ist der Anfang, nicht unbedingt das Projekt

Mit Angaben zu Hintergrund, Größe, Position und gegebenenfalls Produktionsgrenzen kann ich die technische Arbeit gezielt beginnen. Separation, Raster, Auflösung und weitere Produktionsentscheidungen folgen danach und müssen vom Kunden nicht beherrscht werden. Er muss nicht erklären, wie gedruckt wird, sondern wie der Druck eingesetzt werden soll.